IG BAU will bessere Förderung des ländlichen Raumes

Luftbild Agrarlandschaft

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Es gibt Alternativen zu den betrieblichen Direktzahlungen. Seit Jahren versuchen weiter denkende Politiker, Verbände und die IG BAU, die Agrarförderung in Richtung einer Förderung des ländlichen Raumes zu verändern. Erste Erfolge sind zu verzeichnen. Die Förderungen des ländlichen Raumes, der LEADERAnsatz und andere lokale Förderungen sind zu einer Erfolgsstory geworden. Zahlreiche Projekte aus der LEADER-Förderung haben neue Arbeitsplätze im ländlichen Raum entstehen lassen.

Lippenbekenntnisse

Zwar beteuern viele Politiker, die Förderung der ländlichen Räume sei wichtig, aber an eine konsequente Umschichtung der Direktsubventionen in die Förderlinie ländlicher Raum will keiner ran. In Deutschland werden die Mittel für den ländlichen Raum sogar gekürzt. Nach ersten finanzielle Vorausschauen in den neuen Bundesländern um ca. 30 Prozent und in den alten Bundesländern sogar um 50 Prozent. Obwohl es im Koalitionsvertrag heißt: „Die Potenziale der ländlichen Regionen in Ostdeutschland müssen gestärkt werden“.

Vier EU-Schwerpunkte

Die Europäische Verordnung hat vier unterschiedliche Schwerpunktachsen:

  • Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Agrar- und Forstsektors,
  • Verbesserung von Umwelt und Landschaft,
  • Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum und
  • Förderung der Diversifizierung, LEADER.

Strategische Planung

Nach der Europäischen Verordnung muss auf allen Ebenen eine strategische Planung vorgelegt werden. Diese ist mit den Wirtschafts- und Sozialpartnern in den so genannten Begleitausschüssen zu beraten. Nachdem der Europäische Strategieplan und der nationale Strategieplan für Deutschland beschlossen worden sind, sind nun die Bundesländer mit ihren Plänen und die Regionen mit ihren Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepten (ILEK) in der Erörterung. Die IG BAU ist an einigen Verfahren beteiligt oder wird noch beteiligt werden.

Schwerpunkte der IG BAU

Dabei haben wir uns auf einige Schwerpunkte beschränkt:

  • Schaffung von Arbeitsplätzen, z.B. durch betriebliche Kooperationen
  • Aus- und Weiterbildung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie deren Beratung
  • Umsetzung des LEADERAnsatzes, insbesondere unter dem Aspekt der Beteiligung der IG BAU
  • Verbindung mit anderen Fördermöglichkeiten wie ESF, EFRE usw.

Positionspapier liegt vor

Dazu hat die IG BAU ein Positionspapier vorgelegt. Unsere Ideen sind auch in den großen Strauß der Strategischen Vorstellungen übernommen worden. Die Frage der landwirtschaftlichen Beschäftigung wurde aufgrund unserer Intervention konkretisiert. Mit der Benennung der Zahlen von Beschäftigten, der Unterscheidung von Vollzeitarbeitskräften und Saisonarbeitskräften wird eine Basis geschaffen, von der aus über die Zukunft der Arbeit in der Landwirtschaft differenzierter entschieden werden kann. Wir konnten auch die Qualifizierung und Beratung von Arbeitnehmern sowie die gewerkschaftlichen Beteiligungsmöglichkeiten auf lokaler Ebene einbringen. Nun gilt es, unsere Vorstellungen in den Regionen mit Leben zu erfüllen. Ziel ist es dabei, in den Regionen Kolleginnen und Kollegen zu gewinnen, die sich in ihren Regionen im Namen der IG BAU aktiv an der Entwicklung des ländlichen Raumes beteiligen wollen. Zukünftig werden darüber wir auf einer Internetseite informieren.

Weitere Informationen: Das Positionspapier kann unter agrarpolitik@igbau.de angefordert werden.