IG BAU und SVLFG für bessere Prävention

Arbeitsschutzkonferenz

Arbeitsschutzkonferenz 2013 in Göttingen: Die Vorstände der Bundesfachgruppen Landwirtschaft und Gartenbau mit SVLFG-Geschäftsführer Reinhold Knittel

Der Arbeitsschutz in den Grünen Bereichen stand für die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) bei ihrer Konferenz in Göttingen im Mittelpunkt. Gemeinsam mit der SVLFG (Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau) warb sie bei den rund 80 Teilnehmern für eine stärkere Beachtung des Themas. „In der Landwirtschaft gehen die Unfallzahlen zwar zurück, aber die Branche verzeichnet immer noch die höchste Unfallquote aller Berufszweige“, sagte IG BAU-Agrarexpertin Kätchen Nowak. „Jeder Unfall, jeder Tote ist einer zu viel. Auch die Arbeitgeber müssen ein Interesse an gesunden Mitarbeitern haben.“

Schaden nehmen die Beschäftigten nicht nur bei Unglücken. Die tägliche Arbeitsroutine geht auf die Gesundheit. Sehr deutlich wird dies durch die neue Präventionskampagne der SVLFG „Denk an mich. Dein Rücken“. Fehlbelastungen, Bewegungsmangel, monotone Tätigkeiten aber auch Stress und Leistungsdruck verursachen Rückenschmerzen, so die Analyse. Vorbeugen heißt deshalb nicht allein, individuell Übungen gegen den Verschleiß zu machen. Um die oftmals durch psychischen Druck ausgelösten Probleme in den Griff zu bekommen, muss die Lebens- und Arbeitswelt gesundheitsfördernd gestaltet werden. Hier sind die Arbeitgeber ebenso in der Pflicht wie die Politik, die entsprechende Rahmen setzen muss.

Arbeitsschutzkonferenz

IG BAU-Agrarexpertin Kätchen Nowak

Um der erst im Januar gestarteten SVLFG ihre Präventionsaufgabe zu erleichtern, fordert der stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Harald Schaum, die Datengrundlage in der Unfallversicherung zu verbessern. „Wir müssen wissen, wer mit was beschäftigt ist. Nur wenn wir darüber genaue Zahlen haben, kann die Präventionsarbeit wirkungsvoll gesteuert werden“, sagte Schaum. Nowak ergänzte: „Die SVLFG ist die einzige Sozialversicherung, die ihre Daten nach Hektar erhebt. Das ist Stochern im Nebel. Wir brauchen die Erfassung nach den tatsächlich Beschäftigen. In einer Branche in der jedes Rind- und Borstenvieh gezählt werden kann, sollte das niemanden überfordern.

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SVLFG-Geschäftsführer Reinhold Knittel

Die Bilanz von knapp einem Jahr SVLFG sieht positiv aus. „Nicht zuletzt dank des großen Engagements unserer Mitarbeiter haben wir einen gelungenen Start hingelegt“, sagte der Vorsitzende der SVLFG Geschäftsführung Reinhold Knittel. „Die Betreuung unserer Versicherten hat eine hohe Qualität. Unsere Aufgabe ist es, diese trotz der erforderlichen Sparmaßnahmen weiter aufrecht zu erhalten“. Der Gesetzgeber hat die SVLFG verpflichtet ihren Kostenaufwand bis zum Beginn des Jahres 2016 zu reduzieren.