Asbest: ein gefährliches Erbe - auch in der Landwirtschaft

Asbestsanierung

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„Asbestfasern können Krebs auslösen, das ist keine neu Erkenntnis, aber immer noch ein häufig unterschätztes Risiko”, so Hans-Joachim Wilms, Stellvertretender Bundesvorsitzender der IG Bauen-Agrar-Umwelt im Rahmen einer Landwirtschaftssitzung.

Seit 1993 besteht ein absolutes Verwendungsverbot, da das Einatmen der Asbestfasern Krebs verursacht. Die Gefahren durch asbesthaltige Materialien treten bei Abbruch- und Instandhaltungsarbeiten in landwirtschaftlichen Anlagen und bei der Sanierung von Asbestzementverkleidungen verstärkt auf. Sie können aber auch durch das Entfernen von alten Brems- und Kupplungsbelägen sowie deren Dichtungen entstehen. Hans-Joachim Wilms weist ausdrücklich darauf hin, dass Abbruch- und Instandhaltungsarbeiten nur von Fachfirmen ausgeführt werden dürfen und nicht, wie in vielen landwirtschaftlichen Betrieben üblich, mit eigenem technischen Gerät und eigenem technischen Personal. Diese Arbeiten werden gerne in den Zeiten, die nicht durch Ernte- und andere landwirtschaftliche Tätigkeiten verplant sind, ausgeführt. „Wir reden hier,” - so Hans-Joachim Wilms, „über Größenordnungen von mehr als 900 Betroffenen, die ihrerseits eine Anfrage bei der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft gestellt haben, um eine mögliche asbestbedingte Berufskrankheit anzuzeigen.” Es ist nach Aussage von Hajo Wilms sogar damit zu rechnen, dass sich diese Verdachtsanzeigen in den nächsten Jahren noch erhöhen werden.