Gesunde Arbeitsplätze – ein Gewinn für alle

Referenten

© alle Bilder: Franz Brück/IG BAU

Unter dem Motto „Gesunde Arbeitsplätze durch sichere Instandhaltung?” fand am 19. November 2010 in Göttingen eine Arbeitsschutzkonferenz für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Landwirtschaft statt. Die Landwirtschaft gehört zu den Branchen mit der höchsten Unfallquote. Zu den Hauptunfallursachen zählen Mängel bei der Instandhaltung von Landmaschinen und Geräten.

Im Jahr 2009 waren 170 tödliche Unfälle in der Landwirtschaft zu beklagen. Mit ihrer nationalen Kampagne „Risiko raus” im Rahmen der EU-OSHA-Kampagne 2010/2011, und mit deren finanzieller Unterstützung, knüpft die IG BAU an die bisher durchgeführten Arbeitsschutzkonferenzen zu Muskel- und Skelett-Erkrankungen und Gefährdungsbeurteilung an.

Klaus Wiesehügel

Klaus Wiesehügel

Klaus Wiesehügel, als Bundesvorsitzender der IG BAU zugleich zuständig für die Branche Landwirtschaft, begrüßte die teilnehmenden Bundesfachgruppenmitglieder, Betriebsräte und alternierenden Vorsitzenden landwirtschaftlicher Berufsgenossenschaften. Klaus Wiesehügel machte deutlich, dass es wichtig ist, neben Prävention und Arbeitsschutz bundesweit eine faire Bezahlung in der Landwirtschaft durchzusetzen, um so den Beschäftigten die Bestätigung zu geben, dass ihre Arbeit ein wichtiger Beitrag für die gesamte Gesellschaft ist. Nur so können auch junge Menschen motiviert werden, sich für einen Beruf in der Landwirtschaft zu entscheiden.

Zum Thema Schwarzarbeit referierte Regierungsrat Holger Bährens vom Hauptzollamt der Bundesfinanzdirektion. Er regte an, jeden Verdacht auf Schwarzarbeit an die zuständigen Behörden zu melden. Dazu gehört auch das Anzeigen menschenunwürdiger Behandlung oder Unterbringung von saisonal Beschäftigten.

Holger Bährens

Holger Bährens

Ludger Michels, Bereichsleiter „Betrieblicher Arbeitsschutz“ beim Spitzenverband der landwirtschaftlichen Sozialversicherung präsentierte Beispiele, wie durch sorglosen Umgang mit Maschinen und Material Unfälle verursacht werden.

Arnd Spahn berichtete aus seiner Sicht als europäischer Agrarsekretär und zugleich alternierender Vorsitzender des Spitzenverbandes der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung vom Stand der Unfallverhütung in Deutschland im Vergleich zu unseren europäischen Partnerorganisationen.

Sehr praxisnah schilderte Dr. Georg Scamoni, wie in der Kommission für Arbeitsschutz und Normung auf die technische Gestaltung von Landmaschinen und Geräten eingewirkt wird, um Risiken bei deren Benutzung zu minimieren.

Rüdiger Müller

Rüdiger Müller

Rüdiger Müller konnte als stellvertretender Vorsitzender der Bundesfachgruppe Landwirtschaft aus seiner täglichen Arbeit als Landwirt anschaulich demonstrieren, wie wichtig die Wartung der Landmaschinen ist, wenn man sich nicht selbst in Gefahr bringen will.

Zusammenfassend stellte Holger Bartels, Abteilungsleiter für Agrar und Umwelt der IG BAU fest, dass durch gute Instandhaltung durchaus sichere Arbeitsplätze gestaltet werden können und das Risiko eines Unfalls bei der Arbeit auf den Feldern und in den Ställen verringert werden kann.

Die gesamte Veranstaltung moderierte Korbinian Sedlmaier, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Landwirtschaft der IG BAU. Die 50 Teilnehmer konnten in Diskussionsrunden zwischen den Referaten Fragen stellen und sich über ihre praktischen Erfahrungen austauschen.

 

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