Agrarsubventionen - wer profitiert davon?

Euro-Sterne

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Subventionen sind das letzte Bollwerk der guten alten Überflussgesellschaft. Das gilt insbesondere für die Agrarsubventionen, die aus den Anfängen der EU stammen und einen jahrzehntelangen Sonderstatus der Landwirtschaft zementiert haben. Vieles hat sich in der Landwirtschaft geändert, sie bietet immer weniger Menschen einen Arbeitsplatz und wird immer produktiver.

Zugleich arbeiten immer mehr Saisonarbeitskräfte auf den Feldern. Dennoch ist die EU-Landwirtschaft mit ihren 1,1 Millionen Arbeitgebern ein bedeutender Arbeitsmarkt. Während für die Landwirte die Agrarsubventionen nach wie vor reichlich sprudeln, sieht die Einkommenssituation für die landwirtschaftlichen Arbeitnehmer deutlich anders aus.

Die vollzeitbeschäftigten landwirtschaftlichen Arbeitnehmer verdienten 2005 durchschnittlich 1.552 Euro, die Beschäftigten im produzierenden Gewerbe kamen dagegen auf durchschnittlich 2.542 Euro. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes war dies für die landwirtschaftlichen Arbeitnehmer ein erneuter Rückgang um 1,1 Prozent.

Nichts Genaues weiß man nicht

Jeder Arbeitnehmer ist zur Transparenz seines Einkommens gegenüber Behörden und Banken verpflichtet. Der gläserne Arbeitnehmer ist schon lange Realität. Ganz anders sieht es bei den landwirtschaftlichen Einkommen, den Agrarsubventionen für die deutschen Landwirte aus. Niemand weiß, wofür welche Unternehmen wie viel Subventionen bekommen. Gemäß den jüngsten Zahlen erhalten in Deutschland 0,5 Prozent der Betriebe jeweils mehr als 300 000 Euro (das sind 20 Prozent aller Direktzahlungen).

IG BAU fordert Offenlegung

„Transparenz in den Agrarsubventionen“, so Hans-Joachim Wilms, „ist die Pforte zur Transparenz in der Landwirtschaft insgesamt. Wer Transparenz schafft, gewinnt Vertrauen“. Und Vertrauen, das kann die Landwirtschaft gut gebrauchen. Andere Länder sind da schon weiter, wie z.B. Dänemark, Niederlande und Schweden. Sie legen ihre Subventionen offen, nennen die Empfänger und den Betrag.

Initiative für Transparenz

Aus diesem Grunde stützen namhafte Organisationen aus Umweltpolitik, Tierschutz, Landwirtschaft und Entwicklungspolitik einschließlich der IG BAU die Initiative für Transparenz bei EU-Agrarsubventionen. Dabei ist die Offenlegung der EU-Agrarsubventionen für die IG BAU Mittel zum Zweck. Qualifizierte, an sozialversicherungspflichtige Arbeit gebundene Agrarsubventionen müssen das Ziel der EU-Agrarpolitik sein. Angesichts der ungeheuren Masse der Arbeitslosen sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, nur die Betriebe zu fördern, die auch gesellschaftlich wertvolle Beiträge leisten. Und dazu gehören auch gute, qualifizierte und auskömmliche Arbeitsplätze. Es ist unverständlich, dass Betriebe, die nur hunderte von Saisonarbeitskräften beschäftigen, auch noch mit dem Geld des Steuerzahlers bedacht werden. Für uns ist klar: Jeder einzelne Betrieb muss offen legen, was er macht. Wer das nicht tut, muss erklären warum.

Weitere Informationen:

  • Wer bekommt welche Subventionen? www.farmsubsidy.org klärt auf.
  • Initiative für Transparenz bei EU-Agrarsubventionen: www.wer-profitiert.de